In meinem Artikel Ich kriege noch Geschwister?! hatte ich auf den Umstand hingewiesen, dass sich bei Kindern, die sich auf Geschwister einstellen müssen, gerne auch mal negative Reaktionen zeigen. Reaktionen, die in aller Regel unter dem Begriff Eifersucht, oder Angst vor Verlust von Aufmerksamkeit oder Liebe eingeordnet werden.
Wie ist das mit Ihnen: Glauben Sie das?
Es ist ja, umgekehrt, keineswegs so, dass immer und alle Kinder auf diese Weise auf kommende Geschwister reagieren!
Aber, ehrlich jetzt, warum sollte eine solche, wirklich sinnvolle Geburtsvorbereitung streng klinisch ablaufen? Ist es nicht ein Zeichen großer Vertrautheit, wenn sie ihn darum bittet, den Damm zu massieren? Ein Zeichen von Liebe? Und warum sollten Sie das nicht beide genießen? Verbinden Sie doch spielerisch das Notwendige und Hilfreiche mit dem Spielerischen und Zärtlichen? Nehmen Sie sich Zeit füreinander – denn noch haben Sie sie. Wenn Ihr Kind geboren sein wird, ist es damit sehr wahrscheinlich erstmal vorbei.
Immer wieder kann man von Studien lesen, nach denen sich das durchschnittliche Paar pro Tag zwischen drei und acht Minuten unterhält. Wenn man sich erinnert, wieviel man sich in der Phase der Verliebtheit mitzuteilen hatte, ist das ein erschreckender Rückgang!
Nicht nur, dass es völlig unnötig ist, nicht nur, dass da gerne was daneben geht (denn welcher Herr ist professioneller Kunstpinkler?), nicht nur, dass es in aller Regel die Frauen sind, die die Toiletten sauber machen, nein, das Schlimmste – ich muss es sagen – ist die Reaktionen der Herren der Schöpfung! Da wird gekichert wie in der Pubertät – und gleichzeitig mannhaft geweigert, das abzustellen.
Streiten will gelernt sein, einen Streit zu beenden will gelernt sein, Geduld muss entwickelt werden und Stress ausbalanciert. Umgekehrt heißt das also: Wenn Sie sich beide ein bisschen Zeit nehmen und Geduld miteinander haben, haben Sie gute Karten dafür, miteinander alt zu werden.