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Der neue Typ Mann?

Originalversion des deutschen Titels: "Ich will ein Kind und zwar allein," von Jane Mattes

Originalversion des deutschen Titels: "Ich will ein Kind und zwar allein," von Jane Mattes

Es ist vielleicht noch keine Tradition geworden, aber es ist auch nicht das erste Mal, dass ich auf einen Artikel des Papa-Blogs hier eine Antwort schreibe – als eigenständigen Artikel.

In Anlehnung an einen Artikel der Männerzeitung Anfang März veröffentlichte Andreas die These, dass es den neuen Mann schon gibt. Hier ein Zitat über den neuen Mann aus der Männerzeitung:

Der neue Mann, das ist einer, der selbstbestimmt, partnerschaftlich, frei und verantwortungsvoll lebt. Neue Männer wollen Frauen auf Augenhöhe und Sex mit Lust. Sie wollen Kinder nicht nur haben, sondern auch erleben. Sie wollen in der Arbeit aufgehen, aber nicht untergehen. Die Sorge für sich und die Sorge für andere gibt ihrem Leben Sinn und Gehalt. Sie nehmen ihr Leben ernst und vergessen darüber das Spiel nicht.

Nun, was der Mann will, ist eine Sache, was er hat und kriegt eine andere.

Was ich sehe, statistisch abgesichert, ist, dass in Großstadtbereichen die 2/3-Scheidungsrate längst überschritten ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Ehe hält, ist also mikrig bzw. nicht mehr vorhanden.

Was sich zu zeigen scheint, ist, dass Männer später erwachsen werden als noch vor dreißig oder vierzig Jahren. Wenn sie denn also mal vierzig Jahre alt (und dann wohl auch vernünftig) geworden sind, haben die aber schon eine oder gar zwei Ehen hinter sich … und wohl auch schon das eine oder andere Kind … zurückgelassen, jetzt mal egal ob gewollt oder erzwungen.

Und schauen wir uns das Unterhaltsrecht an, sehen wir auch die Spuren der Entwicklung – weil immer weniger Männer mit der Last des Unterhalts gerade aus kommen und es den neuen Partnerinnen, die ja umgekehrt auch schon Kinder mitbringen kaum noch zuzumuten ist, beim nächsten Trennungsfall dauerhaft vor dem finanziellen und sozialen Aus zu stehen. Die letzte Novelle des Unterhaltsrechts ging eindeutig zu Lasten der Frauen. Warum? Weil Sie keine Lobby haben? Vielleicht, aber ganz sicher auch, weil sie es können!

Nein, ich glaube vielmehr, dass es den neuen Mann noch nicht gibt – wohl aber die neue Frau! Ich glaube, dass der Hauptgrund (wenn nicht der einzige!) für das immer weiter steigende Alter gebärender Frauen der ist, dass sie von innen her die Windigkeit der Männer antizipiert und darauf reagiert haben, in dem sie zuerst auf ihre Karriere und dann auf die Familie achten.

Ich glaube, dass Frauen deutlich stärker geworden sind – in allen Bereichen – und deshalb eher bewusst und gewollt schwanger werden und Kinder bekommen … wissend, dass das Risiko, dass “er” früher oder später geht, sehr groß ist.

Die Frauen drängen mehr und mehr in Führungsrollen – auch zu Hause. Vielleicht ist es so, dass die heutigen jungen Männer (die Macht) gerne(?) teilen wollen. Es ist aus meiner Sicht aber auf jeden Fall so, dass sie sie teilen müssen.

Männer wollen also mehr Zeit mit ihren Familien verbringen. Aha. Nun, vor vielleicht einem Jahr hatte SWR-3 mal eine witzige Anrufaktion. Männer wurden gebeten, anzurufen und mal zu sagen, warum sie sich so auf den Montag freuen. Und jetzt raten wir mal, wieviele Männer angerufen und eingeräumt haben, dass sie zu Hause einfach mal wieder ‘raus müssen, weil ein Wochenende dann doch sooo lang ist  …

Ich hatte gestern eine interessante Unterhaltung mit Vivien Lehmann-Rajs über die Frage, wie Frauen mit dem Problem umgehen, sich in der Schwangerschaft von ihrem Partner zu trennen. Vivien beschäftigt sich als Therapeutin beruflich mit dieser Frage und stellt fest, dass die Schwangeren durchaus diese Entschlossenheit haben, ihrem Partner und Vater ihres zukünftigen Kindes den Laufpass zu geben, wenn nicht wirklich alles passt – weit häufiger als vor zehn oder zwanzig Jahren – . Frei nach dem Motto: Besser gleich als später – bevor noch mehr kaputt geht.

Und: Mir gefällt das! Ich finde das großartig, dass Frauen nicht nur diese neue Freiheit haben, stolz und mit großem Selbstvertrauen auch als Alleinerziehende durchs Leben zu gehen, sondern sich diese Freiheit auch nehmen! Von Generationen von Müttern vor ihnen haben sie gelernt, dass die Welt nicht untergeht, nur weil er ‘ne andere hat oder kein Bein auf die Erde kriegt.

Der Fairness halber: Es gilt nie alles für alle Frauen und nie alles für alle Männer. Am Ende sind “die Männer” oder “die Frauen” nur eine mathematische, eine statistische Größe. Statistiken beschreiben einen Trend, klar, aber keine Statistik kann sagen, ob dieser Trend so bleibt, sich verstärkt oder gar abrupt abreißt. Hoffen wir, dass bei Ihnen alles in Butter ist … und bleibt :-)

Genießen Sie die Zeit … :-)

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