Diese Gesellschaft hat merkwürdige Gewohnheiten entwickelt. Wenn ein Mann ein Sabbatical nimmt, um mal ganz für sich alleine für ein Jahr lang Job und Karriere hinter sich lässt, und sich weiterzubilden oder ein bissel um die Welt zu reisen, gilt er als toller Hecht. Wenn aber der gleiche Mann für ein Jahr zu Hause bleiben, und mit seinem Kind und seiner Familie etwas Gemeinsames aufbauen will, gucken ihn die Kollegen schief an – wie krank ist das denn?!
Die Erwartungen an Väter haben sich innerhalb der letzten Jahrzehnten erheblich verändert. Väter sollen nicht nur Geld verdienen, sondern auch viel Zeit für ihre Kinder haben und liebevolle Partner sein. Ein Spaghat, der viele Väter überfordert: Männer sind auf das Vatersein weder vorbereitet, noch werden sie dabei besonders unterstützt. Für ein gesichertes neues Rollenverständnis fehlen noch die Vorbilder. Andererseits wollen sich viele Väter den gesellschaftlichen Veränderungen der Männerrolle stellen. Inzwischen ist auch wissenschaftlich belegt, dass sich ein Großteil der Männer vom traditionellen Männerbild verabschiedet hat, um sich neuen Bildern von Vaterschaft zu öffnen. Väterbildung kann gerade diesen Männern mit Angeboten an Elternschulen und Familienbildungsstätten neue Perspektiven und Visionen für eine lebendige Vaterschaft bieten.
Streiten will gelernt sein, einen Streit zu beenden will gelernt sein, Geduld muss entwickelt werden und Stress ausbalanciert. Umgekehrt heißt das also: Wenn Sie sich beide ein bisschen Zeit nehmen und Geduld miteinander haben, haben Sie gute Karten dafür, miteinander alt zu werden.